Caspars Schatten von Michael Leuchtenberger
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Caspars Schatten von Michael Leuchtenberger

„Dahinter folgten Fotos vom Abi-Ball. Miriam strahlend zwischen Caspar und David, alle drei in schicker Abendgarderobe. Eine erste leise Ahnung von Erwachsensein.“ Seite 27

Sie sind Schulfreunde, die viele Jahre nichts voneinander gehört haben: Caspar, David und seine Schwester Miriam. Trotz der jahrelangen Funkstille, werden David und Miriam von Caspar zu seiner Geburtstagsfeier eingeladen. Ein wunderbarer Anlass, die alte Freundschaft aufzufrischen. Doch die Einladung wird für die Geschwister zur Probe.

„Trotzdem war Caspar für David immer auch ein Rätsel geblieben. Ständig hatte er verrückte, spontane Ideen gehabt.“ Seite 15

Obwohl der Klappentext mich vor Caspar warnt, bin auch ich seinem Charme verfallen. Ja, ein komischer Kautz, irgendwie anders, aber genau das ist es auch, das irgendwie erfrischend ist. Spaß macht. Ein Hauch von Größenwahn, Utopie in seinem Gerede, aber wer hat nicht diese eine Person im Freundeskreis, die immer ein wenig zu dick aufträgt? Kein Problem, keine große Sache. Eine nette Macke halt.

Aber Caspar war fleißig in all den Jahren. Hat Mittel und Wege gefunden seine Ideen zu verwirklichen. Sich zu verwirklichen. Und um es perfekt zu machen, braucht er seine alten Freunde.

Ich sag, wie es ist, Michael Leuchtenberger ist ein Könner, wenn es darum geht Stimmung einzufangen. Vor allem beim Anfang hatte ich beim Lesen die ganze Zeit das Gefühl, als wäre ich gerade selbst auf dem Weg zu einem alten Bekannten. Diese nervöse Aufregung, weil man nicht recht einschätzen kann, ob es so sein wird wie früher, ob man immer noch auf einer Wellenlänge ist; ich konnte es fühlen. Später die Beklommenheit, fast Angst, als klar wird: etwas stimmt nicht. Wunderbar eingefangen.

Genau wie David, aus dessen Sicht das Buch erzählt wird, fühlt man beim Lesen die steigende Bedrohung. Zunächst nur ein merkwürdiges Gefühl, dass sich später in Unwohlsein, ja sogar Verzweiflung, umwandelt.
Irgendwas schwimmt unter der Oberfläche und genau das ist es, was diesen Roman ausmacht. Es ist unklar, nebulös, man sieht nicht richtig, versteht nicht ganz und dann hat es einen schon gepackt! Das Grauen. Die Verwirrung. Die Panik.

Ein perfekter Schmöker für das unterschwellige Gruseln an einem Sonntagnachmittag.

Und wer mehr über den Autor erfahren möchte, der sollte sich das wunderbare Interview anschauen, das Antonie mit Michael geführt hat.


Weitere Rezensionen:

„… lesenswert ist „Caspars Schatten“ auf alle Fälle!“ Antonie von Die fabelhafte Welt der Bücher

„Wir sollten auf jeden Fall wieder zurück zur Natur finden … nur vielleicht nicht so wie Caspar.“ Elizzy von read books and fall in love


Catherine Strefford

Eine Rezension von Catherine Strefford. Autorin, Buchdesignerin und Frau hinter Indie-Bücher.

 

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