Fantasy von Nadine Erdmann
Gastbeitrag Pride Month

Fantasy von Nadine Erdmann – Ein Gastbeitrag von Elenas ZeilenZauber

Ein Gastbeitrag von Bloggerin Elena von Elenas ZeilenZauber.

Im Rahmen der Juni-Aktion „LGBTQIA+ Figuren oder Thematiken“, freue ich mich, dass ich zwei spannende Reihen von der wundervollen Autorin Nadine Erdmann vorstellen darf.

Beginnen wir mal mit „Die Totenbändiger“. Die Urban-Fantasy-Reihe spielt in London und wie der Name schon impliziert, können die Totenbändiger Tote bändigen. Aber nicht nur das macht sie besonders und anders, sondern sie sind pansexuell.

Das wird jedoch nicht thematisiert, der Leser erfährt es „en passant“. Die Autorin hat unterschiedliche Pärchen-Konstellationen in die Geschichte eingewoben. Mal zwei Damen, mal zwei Herren und auch wechselnde, eben pansexuelle Beziehungen. Es steht aber nie die sexuelle Orientierung im Vordergrund, sondern die üblichen Beziehungsthemen wie Zusammenfinden, Vertrauen, Treue, usw. usf. Dies gefällt mir persönlich sehr gut, denn genau so sollte es auch in der Realität sein – zwei Sorten Menschen: „nett, freundlich, liebevoll“ und „zum Kotzen“. Absolut unabhängig von sexueller Ausrichtung oder Geschlecht.

Die erste Fantasy-Reihe „CyberWorld“, die Erdmann zu Beginn im Selfpublishing herausgebracht hatte, hatte by-the-way ein schwules Pärchen bei den Protagonisten. Als ein größerer Publikumsverlag sogar nach den Rechten anfragte, war die Freude im Hause Erdmann groß. Doch diese wurde umgehend gedämpft, als das schwule Pärchen zu einem heterosexuellen umgeschrieben werden sollte. Die Begründung: Es handele sich um ein Fantasy-Buch und nicht um eine Gayromance.

Die Autorin argumentierte, dass die schwule Romanze nicht das Thema der Reihe ist, sondern diese Tatsache einfach das Leben widerspiegele. Doch der Verlag bestand darauf. Dieser Forderung konnte und wollte Nadine Erdmann nicht nachgeben und brachte die Reihe, bevor sie bei der Greenlight Press unter Vertrag genommen wurde, weiter im Selfpublishing heraus. Ich muss zugeben, es hat mir mächtig imponiert, dass Nadine hart geblieben ist. Denn es ist ja schon der Traum eines jeden Autors, sein Buch bei einem großen Verlag unterzubringen.

Beide Serien zeigen, dass das Thema „LGBTQIA+“ nicht explizit aufs Tapet kommen muss, um Toleranz zu präsentieren. Denn auch im wahren Leben sollte ein Mensch nicht nach seiner sexuellen Orientierung, sondern nach seinem Sein beurteilt werden. Wie ich oben bereits schrieb: „freundlich, sympathisch“ oder „unfreundlich, unsympathisch“.


Elenas ZeilenZauber

Elena ist Bloggerin aus Hamburg und liest am liebsten Fantasy, Krimi,
Thriller, Erotik, Science Fiction und Humor, möglichst schwarz.

 

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Dana - Bambinis Bücherzauber
Dana - Bambinis Bücherzauber
3 Monate zuvor

Hallo 🙂 Ich mag die Bücher von Nadine Erdmann auch total gern! Bei den Totenbändigern bin ich auf dem aktuellen Stand, bei der CyberWorld habe ich die ersten drei Bücher gelesen, da wird aber bald weitergelesen. Ich finde es auch immer wieder schön, wie selbstverständlich die Sexualität eingebunden ist und wie wenig es in den Fokus gerückt wird. Eigentlich sollte es ja auch für niemanden mehr ein Thema sein, wen er liebt. Man sollte sich freuen, dass bei all dem Chaos, Stress und Problemen, die es in der Welt gibt, es immer wieder Menschen schaffen, jemanden zu finden, den sie… Weiterlesen »

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