Gastbeitrag Pride Month

Queere Literatur im deutschsprachigen Raum – Ein Gastbeitrag von Amalia Zeichnerin

Ein Gastbeitrag von Indie-Autorin Amalia Zeichnerin.
Anm. d. Red.: Amalia Zeichnerin ist auch Autorin des Monats bei tolino media.

Während in immer mehr Büchern queere (LGBTIAQ+) Nebenfiguren auftauchen, die für etwas mehr Diversität sorgen, gibt es bereits sehr mehreren Jahren eine wachsende Community für speziell queere Literatur, also Bücher mit queeren Protagonist_innen – häufig, aber nicht immer, mit entsprechenden Liebesgeschichten. Auffallend viele der Bücher drehen sich um Gay Romance. Aber das verbreitete Vorurteil, dass diese Literatur nur von hetero cis Frauen für hetero cis Frauen geschrieben wird, stimmt so nicht, das zeigen auch manche Umfragen, z.B eine des Autors Jay Northcote. Denn es gibt auch queere Own Voices Autor_innen, die z.B. in ihren Büchern fiktionalisiert von eigenen Lebenserfahrungen berichten oder ihre Queerness in fiktiven Geschichten repräsentieren. Eine weitere Variante sind Geschichten über andere Formen von Queerness, die den Autor_innen z.B. durch Kontakte in der queeren Community näher bekannt sind.

Wo gibt es queere Literatur?

In den Büchern großer Publikumsverlage sind queere Hauptfiguren noch immer eher die Ausnahme, deshalb lohnt sich ein Blick bei Kleinverlagen und Selfpublisher_innen:

Queere Kleinverlage sind z.B. die folgenden:

Spezialisiert auf lesbische Literatur:

Und es gibt noch einige mehr. Einen guten Überblick über queere Literatur und entsprechende Autor_innen, auch Selfpublisher_innen, bietet das Portal »Wir schreiben queer«, das auch in Social Media engagiert aktiv ist. Auf ihrer Webseite gibt es u.a. einen Autor_innen-Katalog und Leseproben.

Einige Buchhandlungen für queere Literatur

In manchen allgemeinen Buchhandlungen werden auch immer mal queere Bücher präsentiert, z.B.
in der Buchhandlung Hoffmann in Eutin.

Buchblogs für queere Literatur

Es gibt mittlerweile mehrere Buchblogs für diesen Bereich, und die meisten davon sind auch in Social Media aktiv. Hervorheben möchte ich gern Juliane Seidel, eine queere Autorin und seit mehr als 15 Jahren Buchbloggerin speziell für queere Bücher. Sie hat außerdem zwei Benefiz-Anthologien herausgegeben. Ihre Buchblogseite: Like a Dream.

Einige weitere Buchblogs:

Lesungen

Viele Autor_innen queerer Literatur machen gern in ihren Social Media Kanälen oder auch (in pandemiefreien Zeiten) offline Lesungen.
Außerdem hat sich seit einem Jahr die fast täglich stattfindende Lesereihe »Allabendlich Queer« der »Literatunten« etabliert, hier lesen Autor_innen im Livestream (zurzeit über Zoom, die Lesungen sind später auch oft bei Youtube zu finden, in den Kanälen der jeweiligen Autor_innen).

Büchergruppen bei Facebook

Viele Fans queerer Literatur sind auf Facebook sehr aktiv. Hier einige Büchergruppen, die sich auf queere Literatur spezialisiert haben – manche tragen »Gay« im Gruppennamen, sie sind aber alle offen für jede Form von Queerness.

Queer Book Fair

Der Queer Book Fair ist eine kleine Messe speziell für queere Literatur, die von einem engagierten Team organisiert wird und normalerweise parallel zur Frankfurter Buchmesse vor Ort in Frankfurt stattfindet. Die Messe ist dieses Jahr aufgrund der Pandemie digital auf Facebook zu finden, in dieser öffentlichen Gruppe.

Benefizanthologien

In den letzten Jahren sind mehrere queere Benefizanthologien erschienen, deren Erlöse gespendet werden – hier eine Auflistung, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt:

  • »Like a Dream« (Hrs. Juliane Seidel) ISBN: 979-8724748919
  • »Like a Bad Dream« (Hrsg. Juliane Seidel) ISBN: 978-1797086958
  • »Im Licht eines Jahres« (Hrsg. Jona Dreyer) ISBN:979-8636830528
  • »COLD XXL Gay Romance Anthologie: 25 Winter-/Weihnachtsgeschichten« (Hrsg: k.A.)
    ISBN: 978-1979677080
  • »24 Days of Queer@venthologie« (Hrsg. Jayden Reeves, Lena M. Brand, Gabriele Oscuro)
    ISBN: 978-1791947682

Aktuell ist außerdem eine Benefizanthologie mit Figuren auf dem asexuellen Spektrum in Planung, die von Carmilla de Winter und Carmen Keßler herausgegeben wird. Hier geht’s zur Ausschreibung.

Magazine

Das Magazin »Queer« berichtet auch regelmäßig über queere Literatur.

Das Magazin für Lesben, das »L-Mag«, berichtet unter anderen auch über lesbische Literatur.

Eine Aktion von mir

Ab 28.06.2021 – dem Jahrestag der Stonewall Riots von 1969, in Deutschland auch bekannt als Christopher-Street-Day – mache ich in Social Media, insbesondere auf Instagram, wöchentlich bis Ende November eine Hashtag-Aktion für Autor_innen und Leser_innen queerer Literatur, den #QueerBuchMontag. Mehr darüber gibt es hier zu lesen.


Amalia Zeichnerin

Amalia Zeichnerin ist eine queere Autorin aus Hamburg und schreibt überwiegend queere Literatur
in den Genres Romance, Krimi, Historisches und Phantastik.

 

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4 Kommentare
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maria
4 Monate zuvor

Da hast Du aber mit dem Querverlag in Berlin einen ganz wichtigen Verlag vergessen. Seit 1995 gibt es den Querverlag, damals der erste und einzige lesbisch-schwule Bucherverlag in Deutschland.

Elena
4 Monate zuvor

Moin Amalia,
auch bei der Greenlight Press sind die Protas queer, allerdings wird nicht explizit darauf hingewiesen. Sondern sie sind es und leben einfach -> so, wie es im echten Leben sein sollte.
LieGrü
Elena

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