Adventskalender

Türchen 6: Emma Zecka

Herzlich Willkommen zu Türchen 6 des Indie-Bücher Adventskalenders.
Jeden Tag bekommt ihr einen weihnachtlichen oder winterlichen Textauszug aus einem Indie-Buch. Darüber hinaus könnt ihr jeden Tag etwas gewinnen.

Es ist Nikolaustag und Emma Zecka infiziert uns heute mit Rentierfieber. Eine Geschichte nicht nur für Kinder. Also lasst euch infizieren. Viel Spaß mit diesem Textauszug.

Rentierfieber 1. Dezember:
im Baumhaus des Christkindes

Das Christkind saß in seinem warmen Baumhaus und blickte aus dem Fenster auf den schneebedeckten Weg.
Er ist spät dran, dachte es. Normalerweise kam der Weihnachtsmann pünktlich, wenn er wusste, dass es etwas zu essen gab.
Der Tisch war bereits gedeckt. Das Christkind hatte Brot gebacken
und sich Butter und etwas Wurst aus den Vorräten von Christstollen stibitzt. Es grinste, als es daran dachte, dass die Heimat aller Weihnachtswesen nach einem Weihnachtsgebäck benannt war.
Wurst war dort eine Seltenheit. Die Elfen aßen lieber süß statt herzhaft. Der Weihnachtsmann freut sich bestimmt über etwas Abwechslung, dachte das Christkind.
In letzter Zeit hatte er oft über die Eintönigkeit des Essens im Dorflokal geklagt. Die Elfen wussten nicht, was er meinte. Sie liebten ihren Speiseplan und konnten nie genug von den Plätzchen, Apfelstrudeln, Dampfnudeln und den anderen
Leckereien bekommen.

»He, lass den Korb herunter!«, rief der Weihnachtsmann plötzlich, der wie aus dem Nichts vor dem großen Baum aufgetaucht war, auf dem das Haus stand.
Wie macht er das nur immer?, fragte sich das Christkind.
Es stand auf, schnappte sich das Glöckchen vom Tisch und
klingelte.
Der Weihnachtsmann trat einen notwendigen Schritt zurück, denn ein großer Korb, der einen Erwachsenen transportieren konnte, schwebte herab. Eine Klappe öffnete sich in dem Korb, sodass der Weihnachtsmann eine kleine Rampe hinaufsteigen und sich hineinsetzen konnte.
Das Fortbewegungsmittel schwebte nach oben und hielt vor der Veranda des Baumhauses.
Als der Weihnachtsmann das Haus betrat, erschrak das Christkind und wurde blass.
Müde lächelte der Weihnachtsmann sein Gegenüber an.
Außerdem – das Christkind konnte den Blick kaum abwenden
– war da etwas auf seiner Nase. Das Christkind hatte es schon bei einigen Weihnachtsmännern gesehen. Und es verhieß nichts Gutes.
»Was ist denn los?«, fragte der Weihnachtsmann besorgt.
Sonst ist er die Ruhe selbst. Mit ihm stimmt etwas nicht! Es
schnippte einmal mit den Fingern und hielt dem Weihnachtsmann die Handfläche vors Gesicht. In der Handfläche kam ein kleiner Spiegel zum Vorschein.
Nun wurde auch der Weihnachtsmann blass. »Meine … Nase …« Er stockte und blickte sein Spiegelbild mit offenem Mund an.
Auf der Nasenspitze prangte ein großer roter Bollen. Wäre die Farbe nicht dunkelrot gewesen, hätte ihn das Christkind fast für einen ungewöhnlich großen Pickel gehalten. Aber das Christkind wusste es besser und ahnte, dass er nicht erst seit gestern auf der Nase des Weihnachtsmannes zu finden war.

Das ist nicht gut, dachte es ängstlich.
»Warum haben mir die Elfen nichts gesagt? Rubina und Freddy sehe ich beinahe jeden Tag. Und Rubina nimmt bei so was doch sonst kein Blatt vor den Mund.« Der Weihnachtsmann war irritiert, das merkte das Christkind deutlich.
Er weiß es nicht, erkannte es. »Weil sie ihn nicht sehen«, flüsterte das Christkind. Weil sie durch und durch voller Freude auf das Weihnachtsfest sind, fügte es in Gedanken hinzu und fragte sich im selben Moment, ob es gut war, alle Karten auf den Tisch zu legen. Ich will nicht wieder denselben Fehler
machen wie bei seinen Vorgängern.
»Was soll denn das heißen? Er ist doch kaum zu übersehen. Ich komme mir vor wie ein Clown!«
Das Christkind runzelte die Stirn und fragte sich, was das nun schon wieder war. Ich bin zu wenig unter Menschen, stellte es fest.
»Es fängt mit einer roten Nase an. Und irgendwann sprießen dir immer mehr Haare«, murmelte es.
»Du willst mich veräppeln, oder?«, fragte der Weihnachtsmann und lächelte kläglich.
Das Christkind schüttelte den Kopf. »Du wirst dich langsam, aber sicher in ein Rentier verwandeln«, verkündete es mit ernster Miene.
Da konnte der Weihnachtsmann nicht an sich halten und prustete los.
➥ Aus Rentierfieber von Emma Zecka

Gewinn

Ein Gutschein über 10,– Euro für den Shop der Autorenwelt.

Für die Möglichkeit auf den Gewinn hinterlasse einen Kommentar unter diesem Beitrag. Die Kommentarfunktion ist ca. 24 Stunden freigeschaltet. Alle Kommentierenden landen im Lostopf aus denen der jewilige Autor oder die jeweilige Autorin des Tages den oder die Gewinner:in zieht. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärst du dich einverstanden, dass ich für die Gewinnabwicklung deine Mailadresse an den oder die jeweilige:n Autor:in weitergebe. Für die Teilnahme musst du wenigstens vierzehn Jahre alt sein und im Raum D/A/CH wohnen. Die ausführlichen Teilnahmebedingungen findest du hier.

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18 Kommentare
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Nicole K
Nicole K
1 Jahr zuvor

War scho im shop stöbern, da würde ich auf jedenfall was tolles findenn *.* Schönen 2. Advent. LG

Justin
Justin
1 Jahr zuvor

Da würde man bestimmt einiges an tollen Sachen finden!

Claudia Böning
Claudia Böning
1 Jahr zuvor

Eine süße Leseprobe. Ich glaube, das wäre was für meine Tochter.

Claudi
Claudi
1 Jahr zuvor

Ein wirklich schöner Textauszugsschnipsel, der da ausgesucht wurde, und den nicht nur Kinder lesen können. Auch mir gefällt der kleine Trext, und ich msste sofort lächeln, ob de Vorstellung, dass der Weihnachtsmann immer pünktlich kommt, wenn es etwas zum Essen gibt.

Martina
Martina
1 Jahr zuvor

Die Elfen essen also lieber süß statt herzhaft. Da wundert man sich über die elfengleichen schlanken Linien, die Elfen so an sich haben.

Nathalie
Nathalie
1 Jahr zuvor

Schöne Bücher!

Steffi
Steffi
1 Jahr zuvor

Eine wirklich tolle und spannende Idee! Mich interessiert sehr, wie es wohl weiter geht mit dem Weihnachtsmann. Wird er zum Rentier und braucht einen Nachfolger oder gibt es noch eine andere Möglichkeit? :O

Sascha S.
Sascha S.
1 Jahr zuvor

Vielen dank für diese Chance, würde mich sehr freuen 🙂

Ines Carstensen
Ines Carstensen
1 Jahr zuvor

Das heutige Buch ist aber süß! Drollige Vorstellung!

Simon
Simon
1 Jahr zuvor

Kling Super lustig! 😀

Lars
Lars
1 Jahr zuvor

Klingt wirklich gut.
Würde mich sehr über den Gutschein freuen

LG

Daniela S
Daniela S
1 Jahr zuvor

Hört sich richtig klasse an, über den Gutschein würde ich mich sehr freuen.

Yvonne Kretzer
Yvonne Kretzer
1 Jahr zuvor

Einen wunderschönen 2. Advent

Christian Braun
Christian Braun
1 Jahr zuvor

Ich wünsche allen einen schönen 2. Advent und hoffe, dass mir die Glücksfee diesmal hold ist.

Karen
Karen
1 Jahr zuvor

Super toll, da findet man bestimmt was Passendes!

Markus
Markus
1 Jahr zuvor

Tolle Sache, schöne Bücher

Hilly
Hilly
1 Jahr zuvor

Sich in ein Rentier verwandeln…. Wie oft ich eine rote Nase habe wenn ich von draußen reinkomme…… Über einen Gutschein würde ich mich freuen, denn hier auf den Seiten zu stöbern macht immer Spaß.

Sandra
1 Jahr zuvor

Das ist ja eine tolles Sache! Ich würde sehr gerne am Gewinnspiel teilnehmen und den Gutschein gewinnen. ☺️

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