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Was Preema nicht weißt von Sameena Jehanzeb

Die Welt endete am 13. April 2036 mit ohrenbetäubendem Getöse, einem allumfänglichen Verlust der Orientierung und einer so tiefgreifenden Furcht, dass sie einem den Verstand in tausend Scherben brach. Seite 7

Mit diesem Satz beginnt Was Preema nicht weiß.
Preema wacht auf in einer vollumfänglichen, weißen Leere und kann sich nur an zwei Dinge erinnern: an ihren Namen und daran, dass die Welt untergegangen ist. Allein in der Leere, scheint sie die einzige Überlebende zu sein. Aber warum? Und wo ist sie?

Ohne Zeitgefühl und immer dem Wahnsinn nahe in der weißen Leere, versucht sie einen Weg aus ihrer misslichen Lage zu finden und landet schließlich auf einer idyllischen Lichtung mitten in all dem Nichts. Ein traumhaft schöner Ort, der von anderen Menschen bewohnt wird, die sich weniger Fragen zu stellen scheinen als Preema es tut.
Denn sie möchte sich nicht einfach abfinden mit ihrem Dasein auf der künstlich geschaffenen Lichtung, mitten im weißen Raum, den sie nicht versteht. Sie möchte begreifen, wo sie ist und warum ausgerechnet sie eine der Überlebenden ist.
Bedrohliche graue Schattengestalten, die immer wieder auftauchen, flößen Preema noch mehr Unbehagen ein und sie kann nicht locker lassen, bis sie alle Antworten hat, die sie braucht.

Mix aus Fantasy, Science Fiction und zeitgenössischem Roman

Sameena Jehanzeb schafft eine Mischung aus Fantasy und Science Fiction, aber auch einen zeitgenössischen Roman, der von den menschlichsten Gefühlen erzählt. Ein mehr als gelungener „Genremix“.
Mit Humor und herrlich nerdigen Nebensätzen und Anspielungen erzählt Sameena eine wunderbar rührende Geschichte einer Frau, die sich unter neuen Bedingungen zurechtfinden muss. Und dabei, sich erinnernd, Stück für Stück dem Untergang der Welt und somit auch dem ihres eigenen Lebens näher kommt.

Absolute Leseempfehlung für diese komplexe und geniale Geschichte

Ich spreche eine absolute Leseempfehlung für dieses Buch aus.
Zum einen, weil die komplexität der Geschichte mich sehr begeistert und die Genialität des Endes mich umgehauen hat.
Zum anderen, weil es auch noch wunderschön gestaltet wurde. Das Cover, das seine volle Originalität deutlich entfaltet, wenn man die Geschichte kennt wird noch übertroffen, von den ebenfalls wunderschön gezeichneten Kapitelzierden.

Ich finde es schwer, das Buch mit anderen zu vergleichen, um es Leser:innen mit bestimmten vorlieben zu empfehlen, das möchte ich auch gar nicht. Aber so viel sei gesagt: wer eine tolle Frauenfigur sucht, eine Geschichte mit Herz und Verstand, der macht hier nichts falsch.


Catherine Strefford

Eine Rezension von Catherine Strefford. Autorin, Buchdesignerin und Frau hinter Indie-Bücher.

 

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